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Marien Hospital Herne
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Chirurgische Klinik – Allgemein- und Viszeralchirurgie

HIPEC

Bei der hyperthermen intraperitonealen Chemoperfusion (kurz: HIPEC) handelt es sich um ein Verfahren, das zur Behandlung von Bauchfellkrebs angewendet wird. Es wird insbesondere dann eingesetzt, wenn es im Laufe einer Tumorerkrankung zu einer Metastasenbildung gekommen ist. Dabei lösen sich Krebszellen vom ursprünglichen Tumor und bilden Tochtergeschwülste.

Die Kombination aus einer chirurgischen Entfernung des Tumors und einer HIPEC-Behandlung stellt bei Bauchfellkrebs, der von Mast- und Dickdarm, Blinddarm, Magen oder Eierstöcken ausgeht, eine effektive Therapie dar. Ebenfalls gut geeignet ist dieses Verfahren bei Tumoren, die sich flächenhaft um das Bauchfell legen – den Mesotheliomen – und bei Schleimabsiedelungen am Bauchfell, dem sogenannten Pseudomyxoma Peritonei.

HIPEC – Ablauf

Das Verfahren verläuft in mehreren Schritten:

1. Schritt
Vor der Operation wird das Tumorbett sehr genau mithilfe eines bildgebenden Verfahrens, wie dem MRT oder CT, untersucht. Zusätzlich ist oft eine Darm-, Magen- oder Bauchspiegelung notwendig. Zur Vorbereitung der Narkose werden zudem Untersuchungen von Herz und Lunge durchgeführt.

2. Schritt
Als zweites wird der Bauchraum geöffnet und die Tumore chirurgisch entfernt, sodass der Tumorbefall der Bauchhöhle auf nahezu null reduziert wird.

3. Schritt
Im dritten Schritt werden alle durch Metastasen befallenen Organe, die nicht lebensnotwendig sind, entfernt. Dazu zählen unter anderem der Dickdarm, die Milz, und die Gallenblase. Dieser Vorgang wird auch als zytoreduktive Chirurgie bezeichnet, wobei zytoreduktiv bedeutet, dass alle mit dem bloßen Auge sichtbaren Tumore entfernt werden. Ebenfalls wird in diesem Schritt der tumorbefallene Teil des Bauchfells entfernt. Hierbei wird auf eine möglichst schonende Operation mit Erhalt des gesunden Gewebes geachtet.

4.Schritt
Im vierten Schritt findet die HIPEC Anwendung. Nachdem 100 Prozent des sichtbaren Tumorbefalls entfernt wurden, können immer noch sehr kleine, nicht-sichtbare Metastasen vorhanden sein. Um diese zu entfernen, beginnt im Anschluss die HIPEC-Behandlung. Zunächst werden vier Schläuche und zwei Temperatursonden in die Bauchhöhle eingeführt. Danach wird der Bauchraum vorübergehend vernäht und die Schläuche an eine Perfusionsmaschine angeschlossen, die die Bauchhöhle mit mehreren Litern Kochsalzlösung ausspült, sodass ein stabiler Perfusionskreislauf entsteht. Die Kochsalzlösung wird nun auf eine Temperatur von 41 bis 43 Grad Celsius erwärmt. Ist diese Temperatur erreicht, wird das hochdosierte Chemotherapeutikum hinzugegeben, sodass alle verbliebenen Tumorzellen abgetötet werden. Die Chemotherapie ist hierbei besonders effizient, da das Therapeutikum direkt „vor Ort“ agieren kann und der Wirkstoffspiegel am tumorbefallenen Gewebe erheblich höher ist, als bei einer systemischen Therapie. Des Weiteren wird die Wirkung des Chemotherapeutikums durch die Erwärmung gesteigert, sodass optimale Bedingungen zur Bekämpfung der restlichen Tumore bestehen. Die Wirkung der Chemotherapie bleibt dabei auf den Bauchraum beschränkt, Nebenwirkungen treten in der Regel nicht auf.

HIPEC – Dauer

Da die Operation sehr aufwendig ist und das Zusammenwirken von verschiedenen medizinischen Fachrichtungen erfordert, ist die Operation mit einer langen Operationszeit verbunden.

HIPEC – Voraussetzungen

Leider ist das HIPEC-Operationsverfahren nicht für jeden Patienten mit Bauchfellkrebs geeignet. Bei der Auswahl müssen mehrere Kriterien erfüllt sein. Vor einer Operation muss das Ausmaß der Tumore sehr genau untersucht werden. Ist der Tumorbefall zu stark oder liegt der Tumor an einer sehr unzugänglichen Stelle im Bauchraum, kann die Operation nicht durchgeführt werden, da das Verfahren dem Patienten keinen wesentlichen Vorteil bringen würde. Die HIPEC findet nur dann Anwendung, wenn der zu erwartende Vorteil für den Patienten größer ist, als die Nebenwirkungen wie Nervenstörungen oder Erbrechen, die zu erwarten sind. Eine Heilung kann trotz dieses hochmodernen Verfahrens nur in Einzelfällen erreicht werden. Es trägt aber zu einer wesentlichen Verbesserung der Lebensqualität sowie der Lebensverlängerung des Patienten und der Vermeidung von Komplikationen bei Bauchfellkrebs bei.

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