Das Centrum für Translationale Medizin mit Schwerpunkt Immunologie und Transplantation verfolgt einen translationalen, systemmedizinischen Ansatz zur Untersuchung von Immunantworten bei Patientinnen und Patienten mit gestörter Immunität. Dazu zählen insbesondere Erkrankungen im Kontext von primären Immundefekten, Transplantation, Autoimmunität sowie Infektions- und Tumorerkrankungen, aber auch immunologische Veränderungen bei gesunden und älteren Menschen. Gleichzeitig engagiert sich das Institut in der Ausbildung und nachhaltigen Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
Mithilfe moderner Technologien wie Multiparameter-Durchflusszytometrie und Next-Generation-Sequencing werden grundlegende Mechanismen protektiver und pathologischer Immunantworten auf zellulärer und molekularer Ebene untersucht. Ziel ist es, ein besseres Verständnis immunologischer Prozesse zu gewinnen und darauf aufbauend personalisierte Therapieansätze zu entwickeln.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle von T-Zellen bei der Immunabwehr gegenüber Infektionen und virusassoziierten Tumoren sowie auf der Regulation fehlgesteuerter Immunreaktionen einschließlich Sepsis und Autoimmunität. Darüber hinaus verfügt das Centrum für Translationale Medizin über umfangreiche Erfahrung in der Etablierung und Anwendung verschiedener Zellkulturmodele zur Untersuchung immunologischer und pharmakologischer Interaktionen, insbesondere im Kontext kardiovaskulärer und renaler Erkrankungen sowie Organtransplantationen.
Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Entwicklung neuer Diagnose-Verfahren und deren Translation in die klinische Anwendung ein. Somit leistet das Centrum einen wichtigen Beitrag zur Etablierung innovativer, personalisierter Therapiestrategien.
Aktuell beschäftigt sich das Centrum für Translationale Medizin verstärkt mit Autoimmun- und fehlregulierten Immunreaktionen im Rahmen von Postakutinfektionssyndromen. Dazu zählen unter anderem myalgische Enzephalomyelitis bzw. chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) im Zusammenhang mit COVID-19, Epstein-Barr-Virus (EBV) sowie weiteren virusassoziierten Infektionen.
Das Centrum ist in nationale und internationale Verbundprojekte eingebunden und übernimmt dabei auch koordinierende Funktionen, unter anderem in einer Co-Sprecherrolle innerhalb der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) im Bereich Immunologie (NFDI4Immuno). Gleichzeitig trägt das Centrum wesentlich zur Ausbildung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses bei: In strukturierten Ausbildungsprogrammen werden Spitzentechnologien und innovative Ansätze der Grundlagenforschung mit klinischer Anwendung verknüpft. Diese Programme richten sich sowohl an medizinische Doktoranden als auch an Ärzte in Weiterbildung und ermöglichen wissenschaftliches Arbeiten im Rahmen von Promotion- und Clinical Scientist Programmen (wie z. B. das DFG-geförderte Programm RINAI).