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Frauenheilkunde

Gebärmuttersenkung / Beckenbodensenkung

Häufig sind Inkontinenzprobleme auch ein Zeichen für eine Schwäche des Beckenbodens. Die Belastungen des Alltags und das Älterwerden können dazu führen, dass die Muskulatur, Bänder, Nerven und andere Gewebestrukturen des Beckenbodens geschwächt oder überdehnt werden und absinken. Durch den geschwächten Beckenboden kann es zu einer Beckenbodensenkung oder Gebärmuttersenkung kommen.

Gebärmuttersenkung / Beckenbodensenkung – Symptome

Zu den möglichen Symptomen einer Beckenbodensenkung zählen:

  • häufiges Wasserlassen tagsüber
  • häufiges Wasserlassen zur Nacht mit Durchschlafstörungen und Müdigkeit tagsüber
  • das Unvermögen, den Urin länger als 10 Minuten einzuhalten, und es anschließend trocken zur Toilette zu schaffen
  • Blasenentleerungsstörungen bis zum Harnverhalt
  • der Urinstrahl kommt nicht mehr kräftig, sondern tröpfelt beim Wasserlassen („sitze sehr lange auf der Toilette“)
  • unwillkürlicher Urinverlust in Belastungssituationen wie beispielsweise beim Husten, Niesen, Treppensteigen, Laufen, Aufstehen und auch beim Sex
  • regelmäßiger und schwallartiger Urinverlust mehrmals täglich („immer nass“) mit der Notwendigkeit des Tragens von Windeln
  • oder das Tragen von Slip-Einlagen oder Vorlagen

Gebärmuttersenkung / Beckenbodensenkung – Diagnose

Vor einer adäquaten Entscheidung zur Therapie einer Beckenbodensenkung bzw. Gebärmuttersenkung stehen eine exakte Diagnostik mit vaginaler Untersuchung, Introitus- und Perinealsonographie, sowie ein moderner urodynamischer Messplatz für spezielle Fragestellungen.

Körperliche Untersuchung

Je nach Krankheitsbild erfolgt eine darauf angepasste, körperliche Untersuchung. In der Klinik für Frauenheilkunde beinhaltet diese eine klinische und sonographische Untersuchung des äußeren und inneren Genitals.

Introitussonografie

Bei der Introitussonografie handelt es sich um eine Sonographie mit gefüllter und leerer Harnblase. Mit dieser Methode kann nicht nur die Form der Blase, sondern auch ihre Lageveränderung bei Belastung beobachtet werden.

Perinealsonografie

Bei der Perinealsonografie handelt es sich um eine Ultraschalluntersuchung des kleinen Beckens. Diese Methode ermöglicht die Darstellung, u. a. von Blase und Blasenhalsregion sowie ihren Veränderungen.

Blasendruckmessung / Urodynamik

Um die Belastungsinkontinenz von der Dranginkontinenz sicher unterscheiden zu können, wird die Blase mit körperwarmer Kochsalzlösung gefüllt, und der auftretende Druck sowie die Muskelaktivität des Beckenbodens gemessen. Bei gegebener Indikation kann dies unter radiologischer Kontrolle erfolgen (sog. Video-Urodynamik). Unsere Klinik hält mehrere moderne Messplätze für diese wichtige Untersuchung bereit.

Blasenspiegelung

Für die urologische Diagnostik der Harninkontinenz ist die Blasenspiegelung ein unverzichtbares Instrumentarium. Im Rahmen dieser Untersuchung können gut- oder bösartige Veränderungen von Blase und Harnröhre sicher ausgeschlossen werden. Ob Patienten eine, und wenn ja welche, operative Therapie benötigen, ist ohne diese Untersuchung nicht festzulegen. Außerdem sind weitere relevante krankhafte Veränderungen der Harnorgane so einfach und sicher zu diagnostizieren. Die Harnröhren- und Blasenspiegelung (Urethro-Cystoskopie) wird, bis auf Ausnahmefälle, ambulant und unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Dies ist praktisch schmerzfrei.

Urinuntersuchungen

Viele diagnostische Maßnahmen können nur durchgeführt werden, wenn der Urin nicht infiziert ist. Wenn möglich, sollten Patienten ihren Urin einige Tage bis eine Woche vor dem Termin in unserer Sprechstunde von ihrer Gynäkologin oder dem Hausarzt untersuchen lassen. Ein Harnwegsinfekt sollte zum Vorstellungszeitpunkt wenigstens anbehandelt sein.

Gebärmuttersenkung / Beckenbodensenkung – konservative Behandlungsverfahren

Die Muskulatur wird durch gezielte Beckenbodenübungen gestärkt. Elektrostimulation bietet darüber hinaus eine Verbesserung der Beschwerden. Tabletten, vaginale Hormon-Cremes und vaginale Pessar-Therapie können bei einer Beckenbodensenkung und Gebärmuttersenkung eingesetzt werden. Die konservativen Behandlungsmethoden benötigen jedoch Zeit, meist ist ein operativer Eingriff empfehlenswert.

Gebärmuttersenkung / Beckenbodensenkung – operative Behandlungsverfahren

Die traditionellen Senkungs-Operationen werden nach Allgemeinzustand, Alter und Aktivität der Patientin entweder rein vaginal, rein laparoskopisch im Sinne einer Bauchspiegelung, oder kombiniert vaginal-laparoskopisch durchgeführt. Auf einen herkömmlichen Bauchschnitt kann gänzlich verzichtet werden.

Seit der Jahrtausendwende sind die technologischen Fortschritte in der modernen minimal-invasiven Schlüsselloch-Chirurgie (Bauchspiegelung oder Laparoskopie) so immens gewesen, dass heutzutage eine laparoskopische Senkungsoperation zum „Goldstandard“ zählt.

Senkungs-Patientinnen genießen eine ganze Reihe von Vorteilen, wenn Sie zur Therapie von Gebärmuttersenkung oder Beckenbodensenkung durch eine Bauchspiegelung operiert werden: 

  • Sie werden weit weniger Schmerzen haben als nach einem Bauchschnitt. Sie werden schneller schmerzfrei atmen können und schon am Tag der Operation wieder aufstehen.
  • Der Darm wird durch den Eingriff nicht beeinträchtigt werden. Dadurch kann die Verdauung bereits am Tag nach der Operation wieder reibungslos funktionieren.
  • Auch das Risiko von inneren Verwachsungen ist nach einer Bauchspiegelung geringer als nach einer offenen Bauchoperation.
  • Die winzigen 0,5 bis 1 cm-messenden Wunden eines minimal-invasiven Eingriffs verheilen natürlich erheblich schneller, und blutungsärmer als ein offener Bauchschnitt.
  • Die zurückbleibenden Narben sind klein und kosmetisch unauffällig. Zudem liegen diese überwiegend in der Schamregion.

Beckenbodenrekonstruktionen mit Netzimplantation bei Senkungsbeschwerden

Sogenannte Netzimplantationen werden im Kontinenz- und Beckenbodenzentrum zur Stabilisierung der Gewebebereiche durchgeführt. Ziel der Operation ist eine Rekonstruktion der Haltestrukturen des Beckenbodens, um die betroffenen Organe an ihrem ursprünglichen Platz zu stabilisieren. Durch die Netzeinlage ist eine zusätzliche Unterstützung gegeben.

Apikale Fixation der Gebärmutter, des Zervixstumpfes oder des Scheidenstumpfes durch die Scheide (vaginal), laparoskopisch per Bauchspiegelung oder kombiniert vaginal-laparoskopisch

Durch das Anheben des oberen Scheidenpols, der Gebärmutterhinterwand oder des Zervixstumpfes an die Bandstrukturen des kleinen Beckens oder des Kreuzbeins (Saktum) wird eine zusätzliche Stabilisierung und Streckung der hinteren Scheidenwandanteile herbeigeführt.

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