Bei Lungenkrebs, auch Bronchialkarzinom oder Lungenkarzinom genannt, handelt es sich um eine der häufigsten Tumorerkrankungen. Oftmals entsteht Lungenkrebs in den Zellen der peripheren Bronchien, das heißt in den feinen verästelten Abschnitten der Atemwege am Rand der Lunge.
Unbehandelt kann die Erkrankung schnell tödlich enden. Wird sie jedoch frühzeitig erkannt, kann sie mittlerweile gut behandelt werden. Entscheidend ist dabei, ob der Tumor zu Behandlungsbeginn bereits gestreut hat. Im Marien Hospital Herne stehen in der Medizinischen Klinik I – Allgemeine Innere, Nephrologie, Gastroenterologie, Pneumologie für eine genaue Diagnostik verschiedene Untersuchungsverfahren zur Verfügung, um auffällige Veränderungen der Lunge zu erkennen und Gewebeproben zu gewinnen.
Die Symptome von Lungenkrebs können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Bei Tumoren in der Lunge treten häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium Symptome auf. Viele Anzeichen, wie Husten, Atemnot oder Erschöpfung sind zudem schnell mit anderen, leichteren Erkrankungen der Atemwege zu verwechseln.
Es gibt jedoch eine Reihe von Warnzeichen, bei denen ein Arzt aufgesucht werden sollte:
Die meisten Symptome von Lungenkrebs sind jedoch nicht eindeutig charakteristisch. Deshalb lässt sich allein anhand der Beschwerden nicht feststellen, ob ein Lungentumor vorliegt.
Die Ursachen für Lungenkrebs sind Veränderungen im Erbgut von Zellen der Lunge beziehungsweise der Atemwege. Verschiedene äußere Einflüsse können solche Veränderungen begünstigen und damit das Erkrankungsrisiko erhöhen.
Der bedeutendste vermeidbare Risikofaktor ist das Rauchen von Zigaretten. Mit Dauer und Intensität des Tabakkonsums steigt auch das Lungenkrebsrisiko. Das heißt, je länger und intensiver ein Mensch in seinem Leben geraucht hat, umso höher ist das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken. Auch Passivrauchen kann zum Risiko beitragen. Lungenkrebs kann jedoch grundsätzlich auch bei Menschen entstehen, die nie geraucht haben. Mit dem Ende des Tabakkonsums nimmt auch das Erkrankungsrisiko mit der Zeit ab.
Rauchen gehört zu den größten Risikofaktoren für Lungenkrebs.
Menschen, die über viele Jahre stark geraucht haben gehören zur Risikogruppe und sollten eine regelmäßige Vorsorge in Anspruch nehmen.
Gesetzlich Versicherte langjährige Raucher zwischen 50 und 75 Jahren können eine jährliches Lungenkrebsfrüherkennung über die Hausärzte, Lungenfachärzte oder in niedergelassenen Radiologischen Praxen in Anspruch nehmen. So können auffällige Stellen in der Lunge frühzeitig erkannt werden.
Bei Verdacht auf ein Lungenkarzinom sind oft mehrere Untersuchungen notwendig. Ziel ist es zunächst festzustellen, ob tatsächlich eine bösartige Veränderung vorliegt. Gleichzeitig wird untersucht, wo sich der Tumor befindet, wie groß er ist und ob weitere Bereiche des Körpers betroffen sind.
Außerdem muss untersucht werden, ob es sich um ein kleinzelliges Bronchialkarzinom (SCLC – Small Cell Lung Cancer), oder ein nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom (NSCLC – Non-Small Cell Lung Cancer) handelt. Letzteres wird zusätzlich unterschieden in Plattenepithelkarzinom, Adenokarzinom oder andere, seltenere Formen. Von der jeweiligen Kategorisierung sowie der Tumorausbreitung hängt die Behandlungsstrategie ab.
Zu den standardisierten bildgebenden Untersuchungen gehören unter anderem:
Im Rahmen der Diagnostik wird außerdem geschaut, wie der Allgemeinzustand des Patienten und die Funktion der Lungen und weiteren Organe sind. Vom Allgemeinzustand hängt auch die gewählte Behandlungsart ab. Dafür wird beispielsweise ein Lungenfunktionstest oder ein EKG durchgeführt.
Um eine Lungenkrebs-Diagnose sicher zu stellen, wird in vielen Fällen eine Gewebeprobe benötigt. Dafür kommt meistens eine Bronchoskopie oder auch Lungenspiegelung zum Einsatz.
Dabei wird ein dünnes, flexibles Untersuchungsinstrument über die Luftröhre in die Bronchien eingeführt. Eine Kamera und Lichtquelle ermöglichen die genaue Betrachtung der Atemwege. Mithilfe des Instruments können über die Luftröhre die Bronchien, begutachtet werden und gegebenenfalls Gewebeproben (Biopsien) entnommen werden.
Im Marien Hospital Herne stehen neben der standardisierten Bronchoskopie verschiedene Möglichkeiten zur Probengewinnung zur Verfügung. Je nach Lage des verdächtigen Bereichs können beispielsweise Zangen, Bürsten, Katheter oder Nadeln eingesetzt werden.
Verfahren | Erklärung |
|---|---|
Kryobiopsie | Bei einer Kryobiopsie wird Gewebe mithilfe einer stark gekühlten Sonde entnommen. Dafür wird ein Lungen-Gewebestück kurzzeitig für die Entnahme an der eingeführten Sonde festgefroren. |
Endobronchialer Ultraschall (EBUS) | Ein spezielles Bronchoskop mit einem Linearschallkopf. Sollte der Tumor neben den Atemwegen liegen, kann so in den meisten Fällen der Tumorherd erreicht werden. Auch die Lymphknoten, die sich neben den Atemwegen befinden, werden auf diese Weise untersucht. Für die Untersuchung von tumorverdächtigen Veränderungen im peripheren, das heißt weiter außen gelegenen Lungengewebe, kommt die EBUS-Minisonde zum Einsatz. Sie wird durch den Arbeitskanal eines gewöhnlichen Bronchoskops zum verdächtigen Lungenherd vorgeschoben. Sie ist dünner als eine Kugelschreibermine. |
Bei einer Nadelbiopsie wird Tumorgewebe durch die Haut aus der Lunge entnommen.
Nicht jede auffällige Veränderung lässt sich über die Atemwege erreichen. Liegt der verdächtige Bereich beispielsweise weit außen im Lungengewebe, kann deshalb eine Nadelbiopsie der Lunge erforderlich sein.
Die Position des verdächtigen Gewebes wird dabei mithilfe einer Computertomographie oder Ultraschalluntersuchung kontrolliert. Anschließend wird eine dünne Nadel von außen durch die Brustwand bis zu der auffälligen Stelle geführt. Über die Nadel können Zellen oder kleine Gewebeproben gewonnen und anschließend im Labor untersucht werden.
Welche Lungenkrebs-Behandlung infrage kommt, wird für jeden Erkrankungsfall individuell festgelegt. Entscheidend sind unter anderem die Art des Tumors, die Ausbreitung der Erkrankung sowie der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten.
In der Regel wird Lungenkrebs mit Operationen sowie Strahlen- und Chemotherapie oder einer sogenannten zielgerichteten Therapie behandelt. Welche dieser Behandlungsverfahren alleine oder kombiniert eingesetzt werden, wird im Marien Hospital Herne mit dem Patienten und in einer interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen.
Hierbei kooperiert die Medizinische Klinik I eng mit der Klinik für Strahlentherapie, der Medizinischen Klinik III – Hämatologie / Onkologie sowie der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und ggf. der Abteilung für Palliativmedizin des Marien Hospital Herne.
Manchmal kann es sein, dass aufgrund eines schlechten Allgemeinzustands oder Vorerkrankungen keine der gängigen Therapiearten für den Patienten zumutbar sind. In diesem Fall kann eine rein symptomorientierte Behandlung erfolgen. Diese erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Palliativmedizin.
Für gesetzlich Versicherte mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko gibt es eine Früherkennungsuntersuchung mittels Niedrigdosis-Computertomographie (Low-Dose-CT). Sie richtet sich an aktive und ehemalige starke Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren, die bestimmte Voraussetzungen hinsichtlich Dauer und Intensität des Rauchens erfüllen. Die Erstuntersuchung erfolgt dabei über die Hausärzte, Lungenfachärzte und in niedergelassenen radiologischen Praxen. Bei einem auffälligen Befund kann die weitere Diagnostik in der Medizinischen Klinik I im Marien Hospital Herne durchgeführt werden.
Ob die Untersuchungen ambulant oder im Rahmen eines stationären Aufenthalts erfolgen, hängt von der erforderlichen Diagnostik und der individuellen gesundheitlichen Situation ab. Bildgebende Untersuchungen können häufig ambulant durchgeführt werden. Bei weiterführenden Untersuchungen wie einer Bronchoskopie, einer Gewebeentnahme oder bei erhöhtem Überwachungsbedarf kann ein stationärer Aufenthalt erforderlich sein. Im Marien Hospital Herne wird das Vorgehen entsprechend dem jeweiligen Befund individuell festgelegt.
Je früher Lungenkrebs erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Ein Verdacht auf Lungenkrebs sollte daher zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Das gilt insbesondere bei auffälligen Befunden in bildgebenden Untersuchungen oder bei bereits bestehenden Beschwerden. Ein Verdacht bedeutet dabei nicht automatisch, dass tatsächlich Lungenkrebs vorliegt. Durch weitere Untersuchungen lässt sich klären, welche Ursache hinter den Auffälligkeiten steckt und welche Behandlung notwendig ist.