Bauchspeicheldrüsenkrebs | Marien Hospital Herne
Zu den Inhalten springen
Marien Hospital Herne
St. Elisabeth Gruppe
HomeHome
Darstellung einer menschlichen Bauchspeicheldrüse
Medizinische Klinik I - Allgemeine Innere, Nephrologie, Gastroenterologie, Pneumologie

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Bauchspeicheldrüsenkrebs, auch als Pankreaskarzinom bekannt, gehört zu den diagnostisch herausforderndsten Erkrankungen, da er oft erst spät Symptome verursacht. Am häufigsten sind bösartige Tumore, die aus den Zellen des Bauchspeicheldrüsenganges entstehen, das sogenannte duktale Pankreaskarzinom, oder auch duktales Adenokarzinom genannt.

Die Bauchspeicheldrüse befindet sich schwer zugänglich im Oberbauch.

Eine Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse ist besonders herausfordernd, da sie oft erst spät entdeckt wird.

Die Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs wird häufig erst spät gefunden, nachdem sie bereits erheblich fortgeschritten ist. Die Symptome im Anfangsstadium sind eher unspezifisch. Ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse verursacht zu Beginn selten Schmerzen oder sichtbare Warnzeichen. Das bedeutet, wenn eindeutige Symptome auftreten, hat der Krebs bereits auf umliegendes Gewebe oder benachbarte Organe übergegriffen. 

Ursachen für Bauchspeicheldrüsenkrebs

Grundsätzlich kann man die Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs in zwei unterschiedliche Kategorien einteilen: solche, die den Lebensstil betreffen, sowie genetisch bedingte Faktoren. Grundsätzlich steigt das Risiko an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken im Alter an. Bei Männern tritt die Erkrankung etwas häufiger auf als bei Frauen.

Risikofaktor

Einordnung

Rauchen

Raucher haben im Vergleich zu Nichtrauchern ein fast doppelt so hohes Risiko.

Adipositas

Starkes Übergewicht ist mit einem erhöhten Risiko verbunden.

Ernährung

Fett- und fleischreiche Kost, insbesondere rotes, stark verarbeitetes Fleisch erhöhen das Risiko.

Chronische Pankreatitis

Eine langfristige Entzündung der Bauchspeicheldrüse erhöht das Risiko deutlich.

Alter

Mit dem Alter steigt das Risiko. Die meisten Menschen, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken, sind über 60 Jahre.

Familiäre Belastung

Bei einer Vorgeschichte von Bauchspeicheldrüsenkrebs innerhalb der näheren Verwandtschaft liegt ein erhöhtes Risiko vor. Bei mehrfachem Auftreten spricht man von einem familiären Pankreaskarzinom.

Diabetes mellitus

Menschen mit Diabetes (Typ-2) haben ein erhöhtes Risiko an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken.

Wichtig zu wissen ist: Das Vorhandensein eines oder mehrerer dieser Faktoren bedeutet nicht automatisch, dass eine Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs unvermeidlich ist. Auch viele Menschen ohne erkennbaren Risikofaktor erkranken.

Typische Anzeichen für Bauchspeicheldrüsenkrebs

Besonders herausfordernd an Bauchspeicheldrüsenkrebs ist, dass die Erkrankung kaum eindeutig erkennbare Symptome im Anfangsstadium verursacht. Die Bauchspeicheldrüse liegt tief im Bauchraum, und ist daher für körperliche Untersuchungen, wie einer Tastuntersuchung, nicht zu erreichen. Das bedeutet, dass Tumoren meist unbemerkt erheblich wachsen können, bevor sie eindeutige Signale erzeugen. 

Gelb verfärbte Augen sind ein Hinweis auf eine Gelbsucht. Beim Bauchspeicheldrüsenkrebs ist diese meist schmerzlos.

Schmerzlose Gelbsucht (Ikterus) ist eines der spezifischeren Symptome eines Pankreaskarzinoms. Dabei färben sich Haut und Augen gelblich.

Viele dieser Symptome weisen nicht ausschließlich auf Bauchspeicheldrüsenkrebs hin. Überschneidungen mit anderen Erkrankungen wie chronischer oder akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Gallensteinen erschweren die Diagnose. Treten die Symptome jedoch in Kombination auf, oder halten sie ohne klare Erklärung an, ist eine schnelle spezialisierte Bewertung unerlässlich. Die Symptome für Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Frauen und Männern unterscheiden sich in der Regel nicht.

Die häufigsten Symptome für Bauchspeicheldrüsenkrebs im Überblick

Symptome im Anfangsstadium:

  • Schmerzlose Gelbsucht (Ikterus): Eine Gelbfärbung der Haut und der Augen, oft begleitet von dunklem Urin und hellen Stuhlgang. Sie tritt auf, wenn ein Tumor des Bauchspeicheldrüsenkrebs den Gallengang blockiert. Sie ist eines der frühen Warnzeichen, insbesondere für Tumoren im Kopf der Bauchspeicheldrüse.
  • Oberbauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen: Ein dumpfer, anhaltender Schmerz im Oberbauch, der sich zum mittleren Rücken ausbreitet, ist ein typisches Symptom, das sich häufig nach dem Essen oder im Liegen verschlimmert.
  • Plötzlicher, unerklärlicher Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit: Schneller Gewichtsverlust ohne klare Ursache, kombiniert mit einem signifikanten Verlust des Appetits, kann darauf hinweisen, dass ein Tumor die normale Produktion von Verdauungsenzymen stört.
  • Neuauftretender Diabetes mellitus im Alter: Eine unerwartete Diagnose von Typ-2-Diabetes kann gelegentlich das erste erkennbare Anzeichen für einen Bauchspeicheldrüsentumor sein. Insbesondere bei Patienten über 50 und ohne familiäre Vorgeschichte mit Diabetes.

Im Verlauf der Krankheit kommen häufig weitere Symptome hinzu:

  • Wasseransammlungen im Bauch (Aszites): Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle
  • Fettstuhl: fetthaltiger, übelriechender Stuhlgang bei Bauchspeicheldrüsenkrebs kommt von einer gestörten Fettverdauung
  • Blutgerinnungsstörungen: Das Risiko eines venösen thromboembolischen Ereignis (VET) ist bei Bauchspeicheldrüsenkrebs deutlich erhöht. Hierbei blockiert ein Blutgerinnsel den Blutfluss in den Venen, zum Beispiel im Bein.

Diagnose für Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist aufgrund der unspezifischen Symptome im Anfangsstadium oftmals schwierig. Die meisten Fälle werden zufällig entdeckt, und häufig erst in einem bereits fortgeschrittenen Stadium. Sitzt der Tumor direkt am Anfang der Bauchspeicheldrüse, an der Mündung in den Dünndarm, ist er meist besser und früher zu erkennen als an anderer Position.

Für die Diagnose kommen hauptsächlich bildgebende Verfahren zum Einsatz.

  • Ultraschalluntersuchung: Insbesondere die Endosonografie, die von Innen durchgeführte Untersuchung des Bauchraums spielt hier eine wichtige Rolle.
  • Computertomografie (CT): Hiermit lassen sich Tumorabsiedlungen (Metastasen) lokalisieren.
  • Magnetresonanztomografie (MRT): Ergänzen zum CT gibt das Verfahren Auskunft über die Lage und Ausdehnung des Tumors

Formen von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Generell kann Bauchspeicheldrüsenkrebs in gutartige und bösartige Tumore unterteilt werden. Außerdem auch in Tumore, die von den enzymproduzierenden Teilen der Bauchspeicheldrüse oder den hormonproduzierenden Teilen der Bauchspeicheldrüse ausgehen. In über 90 Prozent der Fälle treten Tumore in den Zellen des Bauchspeicheldrüsengangs auf.

Tumorart

Hauptmerkmale

Duktales Adenokarzinom (PDAC)

Die am häufigsten auftretende Form entsteht im Gewebe des Bauchspeicheldrüsengangs. Sie ist sehr aggressiv.

Azinuszellkarzinom

Geht von den Zellen aus, die Verdauungsenzyme produzieren. Diese Art ist seltener, hat aber eine bessere Heilungsprognose als das duktale Adenokarzinom.

Neuroendokriner Tumor der Bauchspeicheldrüse (NET)

Entwickelt sich aus den hormonproduzierenden Zellen der Pankreas. Der Tumor kann gutartig oder bösartig sein.

Zystische Pankreastumore

Mit Flüssigkeit gefüllte Säcke, die sich in der Bauchspeicheldrüse bilden. Können gutartig oder bösartig sein.

Illustration zur Anatomie der Bauchspeicheldrüse. Tumore können an verschiedenen Stellen entstehen.

Je nach Krebsvariante kann der Tumor an verschiedenen Stellen entstehen. Die häufigste Variante, das duktale Adenokarzinom entsteht am Pankreasgang

So wird Bauchspeicheldrüsenkrebs behandelt 

Entscheidend bei der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist vor allem, wie weit die Krankheit zum Zeitpunkt der Diagnose fortgeschritten ist. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören eine operative Entfernung, Chemo- oder Strahlentherapie und die palliative Therapie. Letzteres kommt dann zum Einsatz, wenn keine Heilungsmöglichkeiten mehr vorhanden sind. Wird der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt, ist er besser heilbar.

Operative Behandlung

Befindet sich das Pankreaskarzinom noch im Anfangsstadium, kann man den Tumor, sofern der Allgemeinzustand des Patienten dies zulässt, operativ komplett entfernen. Dies bietet die beste Heilungsprognose. Ein operativer Eingriff erfolgt durch die Experten der Chirurgischen Klinik des Marien Hospital Herne. Da der Tumor meist erst spät diagnostiziert wird, ist zu dem Zeitpunkt jedoch häufig kein direkter Eingriff mehr möglich.

Medikamentöse Therapie

Wenn der Tumor lokal fortgeschritten ist, aber noch nicht auf benachbarte Organe übergegriffen hat, ist eine Chemotherapie der priorisierte Ansatz. Hierbei soll das Wachstum des Tumors gebremst werden. Für einige Patienten folgt eine Kombination aus Chemotherapie und Strahlentherapie in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Strahlentherapie und Radio-Onkologie, um den Tumor zu verkleinern oder zu kontrollieren. Hierdurch kann die chirurgische Eignung neu bewertet werden, wodurch ein operativer Eingriff wieder möglich sein kann. 

Palliative Therapie

In einem sehr späten Erkrankungsstadium ist eine Heilung in der Regel nicht mehr möglich. Das Ziel der Behandlung verschiebt sich dann hin zu palliativer Therapie. Die palliative Behandlung zielt darauf ab, das Tumorwachstum zu verlangsamen und gleichzeitig die Lebensqualität durch unterstützende Therapien zu bewahren. Im Fokus steht vor allem, Symptome wie Schmerzen, Übelkeit und Müdigkeit zu lindern.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es eine Bauchspeicheldrüsenkrebs-Früherkennung?

Es gibt keine fachliche Empfehlung für ein allgemeines Screening für die Allgemeinbevölkerung. Personen mit erhöhtem Risiko (z. B. durch familiäre Vorgeschichte oder chronische Pankreatitis) sollten jedoch regelmäßig gezielte Untersuchungen zur Bauchspeicheldrüsenkrebs-Vorsorge bei einem Facharzt wahrnehmen.

Ist Bauchspeicheldrüsenkrebs heilbar?

Das duktale Adenokarzinom hat im Vergleich zu anderen Krebsarten eine eher schlechte Heilungsprognose und die Lebenserwartung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eher gering. Häufig wird der Krebs erst in einem späten Stadium diagnostiziert, wenn sich der Tumor bereits über die Bauchspeicheldrüse hinaus ausgebreitet hat. Wird er dagegen frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen höher.

Kann ich mein Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs senken?

Es gibt sowohl genetische Risikofaktoren, die nicht beeinflussbar sind, als auch Risikofaktoren, die den Lebensstil betreffen. Jeder kann sein persönliches Risiko reduzieren, indem er auf den Genuss von Nikotin und Alkohol verzichtet, eine gesunde Ernährung pflegt und regelmäßig Sport treibt, starkes Übergewicht zu vermeiden.

© Marien Hospital Herne | Impressum | . Datenschutz | . Datenschutz­einstellungen anpassen.