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Marien Hospital Herne
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Medizinische Klinik I - Allgemeine Innere, Nephrologie, Gastroenterologie, Pneumologie

Glomerulonephritis

Die Niere beginnt mit der Herstellung des Urins in 500.000 bis 1 Millionen kleinen Filtereinheiten, den sogenannten Glomeruli. Diese kann man sich wie ein Nudelsieb vorstellen, bei dem größere Substanzen zurückgehalten und kleinere abfiltriert werden. Zwei gesunde Nieren stellen pro Tag ca. 180 Liter dieses sogenannten Primärharns her, der in den nachgeschalteten Rohrsystemen der Niere (Tubuli) durch Rückresorption von 99 Prozent der Flüssigkeit konzentriert wird. Sind die Filtereinheiten entzündet, so spricht der Arzt von einer Glomerulonephritis.

Glomerulonephritis – Symptome

Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Glomeruloneprhitis, die auch sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen. Bei einigen Formen entstehen Wassereinlagerungen im Körper, häufig besonders im Bereich der Beine (Ödeme). Der Urin kann plötzlich auffällig schäumen oder rötlich verfärbt sein. Ferner kann es zu Bluthochdruck kommen. Im ungünstigsten Fall kommt es zu einem akuten Nierenversagen.

Glomerulonephritis – Diagnose

Zur Diagnostik der Glomerulonephritis wird Blut und Urin untersucht und eine Ultraschalluntersuchung der Nieren durchgeführt. Anhand dieser Untersuchungen kann die Verdachtsdiagnose einer Glomerulonephritis gestellt werden. Leider gibt es bis heute keine Blutwerte, die dem Arzt zeigen, welcher Typ einer Glomerulonephritis vorliegt. Da diese aber sehr unterschiedlich zu behandeln sind, muss in aller Regel eine Nierenbiopsie durchgeführt werden.

Blutuntersuchung 
Im Blut wird der sogenannte Kreatininwert bestimmt. Kreatinin ist eine Substanz, die der Körper über die Nieren ausscheidet. Liegt eine deutlich reduzierte Nierenleistung vor, steigt die Konzentration des Kreatinins im Blut an. Über verschiedene Formeln kann nun über den Kreatininwert die Nierenentgiftungsleistung, die sogenannte glomeruläre Filtrationsrate (GFR) errechnet werden. Anstelle der Abschätzung der Nierenleistung über eine Formel kann der Arzt die Nierenleistung messen, indem der die Kreatininkonzentration im 24-Stundensammelurin mit der Kreatininkonzentration im Blut ins Verhältnis setzt. Bei dieser Methode wird die sogenannte Kreatininclearance gemessen. Neben dem Kreatininwert misst der Nephrologe noch diverse andere Substanzen, die für die Unterscheidung verschiedener Nierenerkrankungen eine Rolle spielen.

Urinuntersuchung 
Im Urin eines gesunden Menschen finden sich weder größere Mengen Eiweiß noch rote Blutkörperchen (Erythrozyten). Die einzelnen Nierenkörperchen, in denen der Urin entsteht, ähneln in ihrer Funktion einem Nudelsieb. Die Poren sind so eng, dass die Eiweiße und Erythrozyten – ihre Form erinnert an Spaghetti – zurückgehalten werden. Bei einer Entzündung der Nierenkörperchen wird das „Nudelsieb“ jedoch undicht. Der Arzt untersucht daher den Urin auf das Vorliegen von Eiweiß und Blut.

Ultraschall (Sonografie) 
Im Ultraschall kann der Arzt beurteilen, ob die Nieren verkleinert sind. Letzteres spricht für eine chronisch verlaufende Erkrankung, bei der die Niere schon eine irreversible narbige Schrumpfung durchgemacht hat. Auch die Gefäße der Niere lassen sich mittels der sogenannten farbkodierten Duplexsonographie darstellen. Der Ultraschall ist ein Verfahren, das Schallwellen analysiert. Es kommt ohne Röntgenstrahlen aus und ist daher völlig ungefährlich.

Nierenbiopsie 
Ist die Ursache einer Glomerulonephritis nach Auswertung der Blut-, Urin- und Ultraschallbefunde weiterhin unklar, so kann eine Biopsie der Niere nötig werden. Es handelt sich hierbei nicht um eine Operation. Der Patient liegt auf dem Bauch und der Arzt stellt eine der beiden Nieren vom Rücken aus mit dem Ultraschall dar. Danach betäubt er die Haut und das darunter liegende Gewebe mit einer sogenannten Lokalanästhesie. Die Niere selbst hat in ihrem Inneren keine Nerven und verursacht daher bei der Probenentnahme keine Schmerzen. Nun wird unter Ultraschallkontrolle mit einer dünnen Nadel eine kleine Probe aus der Niere entnommen. Die Prozedur selbst dauert nur wenige Minuten.

Nach der Probenentnahme muss der Patient für mehrere Stunden Bettruhe einhalten. Die Probe wird nun an einen Pathologen weitergeleitet, der diese unter dem Mikroskop analysiert und dem Kliniker mitteilt, welche Nierenerkrankung vorliegt.

Glomerulonephritis – Behandlung

Es existieren sehr unterschiedliche Formen der Glomerulonephritis. Die Behandlung der einzelnen Typen unterscheidet sich zum Teil deutlich. Einige Glomerulonephritiden erfordern keine unmittelbare Therapie, sondern müssen vorerst nur beobachtet werden. Bei einigen anderen muss der Körper hingegen daran gehindert werden, eine Entzündung gegen sich selbst zu richten. In diesen Fällen muss eine sogenannte immunsuppressive Therapie, eine künstliche Unterdrückung des Immunsystems mit Medikamenten durchgeführt werden.

Den unterschiedlichen Typen der Glomerulonephritis ist gemein, dass eine gute Blutdruckeinstellung gewährleistet sein muss, häufig über einen sogenannte ACE-Hemmer oder Angiotensinrezeptorblocker. Für die Behandlung dieser seltenen Erkrankungen ist ein Facharzt für Nierenheilkunde zuständig.

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