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Marien Hospital Herne
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Medizinische Klinik I - Allgemeine Innere, Nephrologie, Gastroenterologie, Pneumologie

Nierenzysten

Zysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume. In den Nieren sind sie in den meisten Fällen völlig harmlos und werden oft als Zufallsbefund im Ultraschall festgestellt. Während über ein Viertel aller 50-Jährigen eine oder mehrere dieser harmlosen Veränderungen haben, gibt es einige Erbkrankheiten, bei denen sich so viele Zysten entwickeln, dass die Nierenfunktion beeinträchtigt wird.

Unter diesen Erkrankungen ist die autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD) die häufigste. Man spricht hier auch von Zystennieren. Jeder 500. bis 1000. Mensch ist betroffen. Mit zunehmendem Alter entwickeln sich bei den Patienten so viele und so große Zysten, dass das gesunde Nierengewebe verdrängt wird. Die Nieren können durch die Zysten ein Gewicht von mehreren Kilogramm erreichen. In vielen Fällen führt diese Erkrankung zur Dialysepflichtigkeit.

Nierenzysten – Diagnose

Die Diagnose der Nierenzysten wird über einen Ultraschall und eine sorgfältige Anamnese des Patienten gestellt. Der Arzt führt darüber hinaus eine Blutuntersuchung zur Einschätzung der Nierenleistung durch. Häufig ist es sinnvoll, auch die Familie des Betroffenen mittels Ultraschall auf Nierenzysten zu untersuchen. Die Durchführung einer genetischen Untersuchung ist nur in seltenen Ausnahmefällen möglich.

Blutuntersuchung 
Im Blut wird der sogenannte Kreatininwert bestimmt. Kreatinin ist eine Substanz, die der Körper über die Nieren ausscheidet. Liegt eine deutlich reduzierte Nierenleistung vor, steigt die Konzentration des Kreatinins im Blut an. Über verschiedene Formeln kann nun über den Kreatininwert die Nierenentgiftungsleistung, die sogenannte glomeruläre Filtrationsrate (GFR) errechnet werden. Anstelle der Abschätzung der Nierenleistung über eine Formel kann der Arzt die Nierenleistung messen, indem der die Kreatininkonzentration im 24-Stundensammelurin mit der Kreatininkonzentration im Blut ins Verhältnis setzt. Bei dieser Methode wird die sogenannte Kreatininclearance gemessen. Neben dem Kreatininwert misst der Nephrologe noch diverse andere Substanzen, die für die Unterscheidung verschiedener Nierenerkrankungen eine Rolle spielen. 

Ultraschall (Sonographie) 
Im Ultraschall kann der Arzt beurteilen, ob die Nieren verkleinert sind. Letzteres spricht für eine chronisch verlaufende Erkrankung, bei der die Niere schon eine irreversible narbige Schrumpfung durchgemacht hat. Auch die Gefäße der Niere lassen sich mittels der sogenannten farbkodierten Duplexsonographie darstellen. Der Ultraschall ist ein Verfahren, das Schallwellen analysiert. Es kommt ohne Röntgenstrahlen aus und ist daher völlig ungefährlich.

Nierenzysten – Behandlung

Einzelne Nierenzysten bedürfen keinerlei Behandlung. Finden sich im Ultraschall Auffälligkeiten, rät der Arzt lediglich zu Ultraschallverlaufskontrollen. Anders verhält es sich mit der autosomal-dominanten Zystennierenerkrankung. Hier sind sowohl der Arzt als auch der Patient gefordert. Der Patient kann über eine hohe Trinkmenge dafür sorgen, dass ein das Zystenwachstum förderndes Hormon im Körper in geringerem Ausmaß ausgeschüttet wird. Auch salzarme Ernährung kann das Wachstum der Nierenzysten verlangsamen. Der Arzt muss dafür sorgen, dass der Blutdruck bestmöglich eingestellt wird.

Erst seit 2015 ist in Deutschland ein Medikament zugelassen, das jenseits dieser Basismaßnahmen bei einigen Patienten das Fortschreiten dieser Erkrankung bremsen kann.

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