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Medizinische Klinik III - Hämatologie / Onkologie

Hodgkin-Lymphom

Das Hodgkin-Lymphom (Morbus Hodgkin) ist eine bösartige (maligne) Krebsart des lymphatischen Systems und entsteht meist in einem Lymphknoten. Es kann sich im ganzen Körper ausbreiten und andere Organe (außerhalb des lymphatischen Systems) befallen.

Hodgkin-Lymphom – Symptome

Das Auftreten ist am häufigsten in der Hals-, der Achsel- oder der Leistenregion, aber auch im Brustkorbbereich sowie im Bauchraum. Häufig kommt es zu unspezifischen Allgemeinsymptomen, wie Fieber, Nachtschweiß oder Gewichtsabnahme. Eine körperliche Leistungsminderung kann ebenfalls bestehen. Die geschwollenen Lymphknoten sind fast nie schmerzhaft, in manchen Fällen kann jedoch eine Leber- oder Milzvergrößerung festgestellt werden.

Die Erkrankung ist relativ selten, es werden zwei bis vier Neuerkrankungen pro Jahr pro 100.000 Personen beschrieben. Erkrankungsgipfel sind das dritte und das siebte Lebensjahrzehnt. Die Ursache des Hodgkin-Lymphoms ist noch nicht hinreichend geklärt. Typisch sind zumeist schmerzlose, zu Paketen verbackene Lymphknotenschwellungen, die bei dem überwiegenden Teil der Patienten (80 - 90%) zum Zeitpunkt der Diagnose vorhanden sind.

Hodgkin-Lymphom – Diagnose

Das klinische Bild, das durch die Krankengeschichte und den körperlichen Untersuchungsbefund erfasst wird, liefert eine Verdachtsdiagnose. Auch bestimmte Laborwerte geben weitere Hinweise. Gesichert wird die Diagnose durch eine zumeist chirurgische Entfernung eines gut erreichbaren Lymphknotens mit entsprechender feingeweblicher Untersuchung. Zur weiteren detaillierten Diagnostik gehören eine Computertomographie und eine Knochenmarkspunktion.

Stadieneinteilung
Auf der Basis dieser Befunde erfolgt eine Stadieneinteilung. Das Vorhandensein entsprechender o.g. Allgemeinsymptome wird als B-Symptom bezeichnet. Ein evtl. Milzbefall fließt ebenfalls in die Stadieneinteilung ein. Ein Knochenmarksbefall gilt immer als fortgeschrittenes Stadium, unabhängig von der Größe oder Anzahl befallener Lymphknoten.

Hodgkin-Lymphom – Behandlungsverfahren

Die Behandlung erfolgt mit standardisierten Therapieschemata durch eine Kombination aus Chemotherapie und ggf. Bestrahlung. Die Heilungsaussichten sind gut bis sehr gut. Grundsätzlich erfolgt die Therapie im Rahmen der Deutschen Hodgkin-Studiengruppe (GHSG), die seit 1978 die therapeutischen Möglichkeiten des Hodgkin-Lymphoms stetig verbesserte. Dadurch gelang in den letzten 20 Jahren nicht nur eine erhebliche Prognoseverbesserung, das Ziel der aktuellen Studien ist auch eine Verminderung der Nebenwirkungen und Spätfolgen durch die Therapien. Bezüglich der aktuellen Studienempfehlung verweisen wir auf die Homepage der GHSG.

Prognosen
Durch die stadienangepasste Therapie ist die Prognose des Morbus Hodgkin auch für fortgeschrittene Stadien gut geworden. Die 5-Jahres-Überlebensrate von über 90% auch für mittlere Stadien und fortgeschrittene Stadien wurde durch die Zwischenergebnisse der 4. Studiengeneration gestützt.

Therapieoptionen bei Rückfällen

Tritt ein Rückfall nach mehr als 12 Monaten auf, kann durch eine erneute Chemotherapie ein langfristiger Rückgang der Erkrankung erreicht werden. Schlägt die Therapie nicht an oder kommt es zu einem Rückfall nach kurzer Zeit, stehen eine Hochdosischemotherapie mit autologer (Spender und Empfänger sind dieselbe Person) oder allogener (Spender und Empfänger sind unterschiedliche Personen) Stammzelltransplantation zur Verfügung. Auch neue zielgerichtete (immuntherapeutische oder antikörperbasierte) Therapiekonzepte stehen zur Verfügung.

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