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Chirurgische Klinik – Allgemein- und Viszeralchirurgie

Chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Chronische Pankreatitis)

Eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse (chronische Pankreatitis) ist eine anhaltende Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die mit plötzlich auftretenden, wiederkehrenden Schüben einhergeht und bleibende Schäden anrichtet. Auslöser sind in vielen Fällen Alkoholkonsum und Rauchen, aber auch erbliche Formen sind bekannt.

Chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Chronische Pankreatitis) – Symptome

Bei einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse können im Krankheitsverlauf verschiedene Beschwerden auftreten. Neben starken gürtelförmigen Oberbauchschmerzen im akuten Schub, kann es langfristig zum Verschluss des Zwölffingerdarmes mit Erbrechen und zum Verschluss des Gallenganges mit Gelbsucht kommen. Außerdem können sich durch die Entzündungsschübe Zysten (Flüssigkeitsansammlungen) bilden, die Schmerzen, Druckgefühl, Infektionen und innere Blutungen auslösen können. Die fortschreitende Zerstörung der Bauchspeicheldrüse durch die Entzündung kann zu Verdauungsproblemen durch einen Mangel an Verdauungsenzymen führen. Bei ca. einem Drittel der Patienten entsteht im Krankheitsverlauf ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus.

Chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Chronische Pankreatitis) – Diagnose

Die Diagnose chronischer Endzündungen der Bauchspeicheldrüse wird in der Medizinischen Klinik I des Marien Hospital Herne durchgeführt.

Chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Chronische Pankreatitis) – Behandlungsverfahren

Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sind eine besondere Herausforderung für Diagnostik und Therapie, insbesondere, weil gerade im Anfangsstadium nur schwer zwischen einer Entzündung und einer Tumorerkrankung unterschieden werden kann. In vielen Fällen leiden Patienten an starken Schmerzen im Bauchraum, sodass eine individuell abgestimmte medikamentöse Schmerztherapie eingeleitet wird. Zudem sollte die Ernährung umgestellt werden und auf Alkohol und Nikotin verzichtet werden.

Chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Chronische Pankreatitis) – Operative Behandlungsverfahren

Eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung kann durch eine Operation prinzipiell nicht geheilt werden. Ziel einer Operation ist daher die Beseitigung von Schmerzen und die Verhinderung der wiederkehrenden Entzündungsschübe. Auch die Beseitigung von Engstellen im Verdauungstrakt oder der Gallenwege kann Grund für eine Operation sein. Je nach Krankheitsbild werden verschiedene Operationsverfahren eingesetzt. Die im folgenden beschriebenen Operationsverfahren werden im Marien Hospital Herne in den meisten Fällen minimal-invasiv oder roboter-assistiert durchgeführt:

Pankreaslinksresektion
Bei dieser Operation wird der links im Bauchraum gelegene Teil der Bauchspeicheldrüse (Bauchspeicheldrüsenschwanz) entfernt.

Pankreaskopfresektion nach Kausch / Whipple
Dieses Operationsverfahren ist eines der komplexesten Eingriffe im Bauchraum. Hierbei wird der rechte Teil der Bauchspeicheldrüse (Bauchspeicheldrüsenkopf) zusammen mit dem Zwölffingerdarm und dem Gallengang sowie der Gallenblase entfernt. Anschließend erfolgt eine Rekonstruktion der Magen-Darm-Passage. Hierbei wird der Restmagen an das ablaufende Stück des Dünndarms genäht.

Totale Pankreatektomie
Bei der totalen Pankreatektomie wird die gesamte Bauchspeicheldrüse zusammen mit der Milz entfernt. Dies ist jedoch nur in seltenen Fällen notwendig. Diese Operationen werden in den meisten Fällen minimal-invasiv oder robotisch durchgeführt. Nach vollständiger Entfernung der Bauchspeicheldrüse ist zwingend ein Ersatz von Verdauungsenzymen und Insulin erforderlich. Dies kann durch die Einnahme von Kapseln und durch mehrmals tägliches Spritzen erfolgen.

Drainierende Verfahren

Wenn die Beschwerden aufgrund einer Zyste als Folge der Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pseudozyste) bestehen, erfolgt die Behandlung in der Regel durch Drainage der Zystenflüssigkeit in den Magen-Darm-Trakt. Bei diesem Eingriff wird der Bauchspeicheldrüsenhauptgang eröffnet und mit dem Dünndarm verbunden, so dass die Flüssigkeit direkt in den Darm abfließen kann. Dies kann entweder endoskopisch oder mittels minimal-invasiver oder robotischer Operation erfolgen.

Duodenumerhaltende Pankreskopfresektion nach Beger / Frey
Hierbei wird der rechte Teil der Bauchspeicheldrüse (Bauchspeicheldrüsenkopf) unter Erhalt des Zwölffingerdarms entfernt. Anschließend erfolgt die Neuverbindung zwischen dem linken Teil der Bauchspeicheldrüse und dem oberen Dünndarm über eine Dünndarmschlinge. Diese Eingriffe sind nicht so ausgedehnt wie eine Pankreaskopfresektion nach Kausch / Whipple, ermöglichen aber ähnlich gute Langzeitergebnisse hinsichtlich einer Symptomkontrolle.

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